Filmtip

Chocolate der Film

Ein kleines, verschlafenes Städtchen in Frankreich, Ende der 50er Jahre. Alles geht dort seinen gewohnten Gang, die „Tranquillité“, will sagen, Ruhe und Gleichförmigkeit bestimmen den Alltag.


 

Dies ändert sich, als eines Tages die junge, schöne Vianne, die ihr Leben lang von einem Ort zum nächsten gezogen ist, mit ihrer Tochter in der Stadt auftaucht und dort – ausgerechnet mitten in der Fastenzeit – eine Chocolaterie eröffnet.

Zunächst wird den beiden Zugereisten unverhohlenesMisstrauen und Ablehnung entgegengebracht, das Vianne jedoch durch ihre offene, herzliche Art und nicht zuletzt auch durch die süßen Genüsse aus ihrer Chocolaterie, ganz langsam durchbrechen kann.
Unter ihrem Einfluss weichen die erstarrten Strukturen, die in der Stadt herrschen, allmählich auf. Sie stellt den Kontakt zwischen der alten, unkonventionellen Armande und ihrem Enkel her, den dessen übertrieben sittenstrenge Mutter stets unterbunden hat und ermutigt eine junge Frau, die unter der Brutalität ihres Ehemanns zu leiden hat, aus ihrer häuslichen Zwangslage zu fliehen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Es bleibt nicht aus, dass sich die Stadt in zwei Lager spaltet: in diejenigen, die sich dem für sie ungewohnten freieren Lebensstil Viannes anschließen auf der einen Seite und diejenigen, die weiterhin den alteingefahrenen Gewohnheiten anhängen. Vehementer Vertreter dieser zweiten Fraktion ist der Bürgermeister Comte de Reynaud, der mit seiner Unnachgiebigkeit und seiner Intoleranz bereits seine Frau vertrieben hat, sich diese peinliche Tatsache aber einerseits nicht eingestehen will, andererseits versucht, durch einen betont asketischen Lebenswandel dafür zu büßen. Reynaud fürchtet, seinen Einfluss auf die Stadt zu verlieren, wenn sich Viannes Ansichten noch weiter verbreiten und beginnt, gegen sie zu intrigieren, insbesondere, als sie sich auch noch für eine Gruppe von Zigeunern einsetzt, die am Flussufer vor den Toren der Stadt lagert.

Sein Plan scheint aufzugehen: gegen den Willen ihrer Tochter, die sich mittlerweile in der Stadt eingelebt hat, will Vianne wieder weiterziehen. Doch dies wissen all diejenigen zu verhindern, die durch ihr Zutun bereits zu einem neuen Leben gefunden haben und ihr nun klarmachen, dass sie zu der Gemeinschaft dazugehört, dass sie Freunde und eine Heimat gefunden hat. Selbst Reynaud kann dieser Bewegung schließlich nichts mehr entgegensetzen. Ein neuer Geist hält in der Stadt Einzug.

Chocolat ist ein Film, der vor allem unterhalten will, gleichzeitig aber auch ein Plädoyer für Toleranz und eine größere Offenheit gegenüber Randgruppen und Andersartiger darstellt.
In den Hauptrollen begeistern Juliette Binoche als Vianne, Alfred Molina als Reynaud und Johnny Depp als Zigeuner Roux.